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Wie entsteht ein Führungsleitbild?

von Theresa zum Felde

Warum sollte sich ein Unternehmen mit der Entwicklung eines Führungsleitbildes auseinandersetzen? Wir im BNW sind davon überzeugt, dass ein Führungsleitbild als Qualitätssicherung gelebter Führung verstanden werden kann. Es soll Orientierung bieten und aufzeigen, welches Verhalten von Führungskräften und Mitarbeitern erwartet wird. Ein Führungsleitbild bildet damit die Grundlage der Entwicklung der Mitarbeiter und beeinflusst auch Personalauswahlentscheidungen.

Das Führungsleitbild im BNW

Wir haben unser Führungsleitbild aus der Mission des BNW und unseren Markenwerten abgeleitet. Das Ergebnis waren vier große Führungsleitlinien, in der wir unser gemeinsames Verständnis von Führung zusammenfassen:

Auf dem Weg zum Führungsleitbild: Die wichtigsten Anforderungen

Führungsleitbild BNW Kleeblatt

Das Führungsleitbild im BNW ©BNW

Natürlich wissen wir, dass ein Führungsleitbild spezifisch aus den jeweiligen Werten und der Kultur des Unternehmens entwickelt werden muss. Deshalb verstehen wir die folgenden Liste als Anregung und Impuls. Jedes Unternehmen muss letztlich selbst überlegen, wie seine „DNA“ beschaffen ist und wie sich daraus ein gemeinsames Verständnis von Führung ableiten lässt.

  1. Klarheit schaffen über Ziele: Die Unternehmensführung sollte zuerst eine klare Vorstellung davon entwickeln, was sie von einem Führungsleitbild erwartet: Welcher Zweck wird verfolgt und welche Ziele werden sowohl nach innen als auch nach außen angestrebt?
  2. Das obere Management einbeziehen: Im nächsten Step kann die obere Führungsebene zu diesen Themen befragt werden. Dazu bietet sich beispielsweise ein eintägiger Workshop an, in dem die Hauptinhalte des Führungsleitbildes erarbeitet werden. Der Ausgangspunkt sind dabei immer die Werte des Unternehmens. Im Workshop geht es zunächst nur um eine Ideensammlung, Form und Formulierung sind zweitrangig.
  3. Das mittlere Management einbeziehen: Anschließend bietet sich ein größeres Treffen mit dem mittleren Management an. Hier werden die Ergebnisse des ersten Workshops breiter diskutiert, abgewogen und ergänzt. Dazu ist es natürlich sehr wichtig, dass die Führungskräfte ihre eigene Rolle und Funktion regelmäßig reflektieren und ihre Qualifikation und Kompetenzen regelmäßig auffrischen. Das ist bei Ihnen schon eine Weile her? Nutzen Sie jetzt die Zeit für das Auffrischen von Wissen und Führungs-Know-how. Stöbern Sie einfach mal in unseren Seminaren für Führungskräfte.
  4. Die Mitarbeiter einbeziehen: Die in den Workshops gewonnenen Inhalte werden analysiert, überarbeitet und zusammengefasst. Zentral in diesem Schritt sind Überlegungen, wie die Inhalte verständlich formuliert und in welcher Form sie ansprechend an die Mitarbeiter weitergegeben werden können. Möglich ist zum Beispiel ein Erklärvideo, das auch komplizierte Inhalte grafisch auflockern kann.

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Konsistente Kommunikation ist wichtig

Der Weg zu neuen Grundsätzen im Unternehmen sollte nicht als „Top-down“-Kommunikation erfolgen. Von Anfang an ist Transparenz gegenüber den Mitarbeitern zu schaffen, dass eine neue Entwicklung eingeleitet wird, welchem Zweck sie dient und wie der Weg dorthin aussieht. Das Unternehmen sollte fortlaufend kommunikativ begleiten, Informationen weitergeben und Fragen beantworten. Hilfreich für uns war dabei die Gründung eines Redaktionsteams, das alle Diskussionsergebnisse aufgenommen und in eine inhaltlich passende Form gebracht hat. Mit dem Redaktionsteam hatten wir außerdem einen zentralen Ansprechpartner für alle Beteiligten.

Das Führungsleitbild steht – Wie geht es weiter?

Am Ende reicht es nicht, Führungsleitbilder nur zu Papier zu bringen. Es muss langfristig von den Führungskräften verinnerlicht und aktiv gelebt werden. Dazu sind Überlegungen notwendig, welche neuen Maßnahmen in den Arbeitsalltag integriert werden. Möglich ist beispielsweise die Anregung einer regelmäßigen Diskussion zum Thema Führung im Jour Fixe der einzelnen Teams. Führungskräfte sollten dabei stets offen sein für das Feedback ihrer Mitarbeiter. Nur so können die Grundsätze und Erwartungen des Unternehmens an das Verhalten von Führungskräften und damit letztlich auch von Mitarbeitern in die Praxis umgesetzt werden.

Beispiele zeigen: Das persönliche Mindset ist Vertrauen

Grundlage von Führung wiederum ist Vertrauen. Aktuellen Studien zufolge ist Vertrauen deswegen auch in mehr als 75% der untersuchten Führungsleitbilder von Unternehmen aus Deutschland, Österreicht und der Schweiz ein genutzter Begriff. Bei Audi heißt es zum Beispiel: „Vertrauen setzt Kräfte frei. Wir vertrauen auf die Kompetenzen unserer Mitarbeiter. Wir bestärken sie, verantwortlich zu entscheiden und zu handeln. Dazu geben wir ihnen den nötigen Freiraum und sind an ihrer Seite, wenn es darauf ankommt.“

„Vertrauen schaffen und fair handeln“ ist auch bei Lidl ein Ziel im Unternehmen. Im Leitbild heißt es dazu: „Wir achten darauf, unsere Rolle als Führungskraft nicht zu missbrauchen und gehen partnerschaftlich mit unseren Mitarbeitern um.“

Video: Was ist ein Unternehmensleitbild

Mehr Inspiration gesucht? Dieses Video greift das übergeordnete Thema Unternehmensleitbild auf:

Fazit

Durch Führung sicherzustellen, dass alle Menschen in der Firma Hand in Hand arbeiten, wirkt sich langfristig positiv auf die allgemeine Unternehmenskultur aus. Eine erfolgreiche Umsetzung ist damit auch nach außen positiv erkennbar und kann beispielsweise den Umgang mit Kunden prägen. Dabei ist der Prozess dorthin fast wichtiger als das Ergebnis, denn nur durch ihn können Vorstellungen formuliert und in die Praxis übersetzt werden.

Welche Erfahrungen haben Sie schon mit Führungsleitbildern gemacht? Wir freuen uns auf Ihr Feedback in den Kommentaren .

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