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Kommunikationsfähigkeit stärken – mit Vorgesetzten und Mitarbeitern

von Theresa zum Felde

Kommunikation ist ein soziales Bindemittel. In jeder sozialen Rolle kommunizieren Menschen anders, mit der eigenen Mutter reden wir nicht so wie mit Vorgesetzten und Mitarbeitern. Es kommt nicht so sehr darauf an was wir sagen, sondern darauf, wie wir es sagen. Eine E-Mail kennt keine Betonung, die menschliche Stimme schon. Testen Sie sich selbst: Wieviel Interpretationsraum steckt in dem Satz „Können Sie das bitte noch einmal sagen?“

Führungskompetenz durch klare Kommunikation steigern

Als Führungskraft können Sie Ihre Kommunikationsfähigkeit in der Mitarbeiterführung schon mit einfachen Gesprächsregeln und Methoden steigern und optimieren. Je klarer die Kommunikation, desto erfolgreicher gelingt die Zusammenarbeit. Gute Kommunikation ist die Grundlage aller sozialen Kompetenzen wie Konfliktfähigkeit, Moderation, souveränes Auftreten, Rhetorik, Gesprächsführung, Verhandlungskompetenz und nicht zuletzt Selbstführung. Unser Handeln bereiten wir in Gedanken und affirmativen Worten für uns selbst vor: „Schließ das ab, 80 Prozent reichen“ oder „Sprich Herrn X auf sein Verhalten an.“

Vom Kollegen zum Vorgesetzten – Grundlagentraining

Wie Sie erfolgreich in Ihre neue Führungsrolle starten

Neue Führungskompetenzen erfordern neue Rollenkommunikation

Die Führungsrolle hat sich mit der digitalen Transformation massiv gewandelt. Der Weg führt weg vom Prozess-Tracking der Mitarbeitenden durch die Führungskraft hin zum kollaborativen Handeln in eigenverantwortlichen Teams. Mit der neuen Rolle kommt auch ein veränderter Kommunikationsstil: Die Führungskraft kommuniziert auf Augenhöhe, begleitet die Mitarbeitenden, unterstützt, moderiert, coacht und sorgt für Mitarbeitermotivation.

Das Motto lautet: Respektvoll und wertschätzend mit den Menschen, zielstrebig und effektiv an der Sache arbeiten! Viele Führungskräfte haben ihre Rolle und Position mit Weiterbildung in Mitarbeiterführung und Kommunikationsseminaren schon gestärkt, kennen die Grundlagen der Gesprächsführung sowie die drei wichtigsten Kommunikationsinstrumente:

  1. Ich-Botschaften,
  2. aktives Zuhören,
  3. Fragetechniken.

Klare Kommunikationsregeln im Team erleichtern die Zusammenarbeit

Kreativitätstechniken und InnovationsmanagementErfolgreiche Mitarbeiterführung beginnt da, wo Sie diese Instrumente gewinnbringend und zielführend einsetzen: in der täglichen Kommunikation im Team, präsent und online. Jedes Team braucht Verhaltens- und Kommunikationsregeln wie „respektvoller Umgang“, „Offenheit“, „Vertraulichkeit“ und „wir reden hier miteinander, nicht übereinander“. Als Führungskraft leben Sie es vor und achten gemeinsam darauf, dass die Regeln eingehalten und die drei Instrumente angewendet werden: „Ich sehe deine Verärgerung. Habe ich das so richtig verstanden? Was genau hat dazu geführt?“ Den drei Tools folgt Future Talk: „Was beachten wir zukünftig? Wie lösen wir das in Zukunft?“

Future Talk und Lernerfahrung

Gute Kommunikation im Team beginnt mit klar definierten Regeln von Beginn an: Befindlichkeiten offen kommunizieren, einander zuhören und die Ursachen analysieren. Anschließend werden gemeinsame Lösungen gesucht und zukünftige Handlungsprinzipien abgeleitet: Was hat das Team daraus gelernt? Wie kann die Zusammenarbeit in Zukunft verbessert werden? Aus schwierigen Situationen und Konflikten nimmt das Team Lessons Learned für die Zukunft mit und hält diese idealerweise schriftlich fest. Als Führungskraft initiieren Sie diese Kommunikation und inspirieren Ihr Team, sich regelmäßig auszutauschen und Feedback zu geben.

Kommunikation im Team verbessern durch Feedback und Feedforward als Regeltermin

Erfolgreiches KonfliktmanagementRegelmäßige Rückmeldung im Team ist die Chance zur Verbesserung. Sagen Sie sich beides, was Ihnen positiv aufgefallen ist und was sich noch verbessern lässt: loben und verbessern. Feedback ist die Rückmeldung, wie unser Handeln auf andere wirkt. Feedback sollte konkret und nachvollziehbar formuliert werden und direkt an die betreffende Person gerichtet sein. Wichtige Spielregel: Bei Verbesserungen den Input nicht auf Vergangenes richten, sondern auf die Zukunft. Beim Feedforward sagen Sie, was Sie sich in Zukunft wünschen. Gewinnbringend in Teams ist Instant Feedback: spontanes Loben.

Offene Kommunikation durch konstruktive Kritikgespräche und Konfliktlösungen

Als Führungskraft ist es Ihre Aufgabe, Mitarbeitende anzusprechen und spätestens beim dritten Mal zu intervenieren, wenn Ihnen etwas auffällt, zugetragen wird oder ein Konflikt entstanden ist. In Ihrer Vorgesetztenrolle führen Sie professionelle Kritikgespräche mit allen Beteiligten in einer neutralen Haltung, um den Sachverhalt aus jeder Perspektive zu klären. Im nächsten Schritt suchen Sie gemeinsam nach konstruktiven Lösungsmöglichkeiten und wählen eine Win-win-Lösung, die für alle annehmbar ist. Abschließend vereinbaren Sie eine konkrete zukünftige Vorgehensweise und legen einen Follow-up-Termin fest, um den Erfolg zu überprüfen. Stockt das Gespräch, wenden Sie nach 10-15 Minuten die 24-Stunden-Regel an, schlafen eine Nacht darüber, um alternative Lösungen zu finden und kommen erneut zusammen. So nehmen Sie Ihren Mitarbeitern nicht das Denken ab und beteiligen alle aktiv an der Lösungsfindung.

Kommunikationsfähigkeit: Wertschätzend und klar formulieren

Gedanken werden zu Worten und Worte zu Handlungen. Setzen Sie in der professionellen Kommunikation bewusste Formulierungen ein, die überzeugend und wertschätzend wirken. Auch bei Konflikten können Sie damit deeskalierend reagieren. Kommunizieren Sie eindeutig mit positiver, lösungsorientierter Sprache, immer respektvoll. Vermeiden Sie bei der Kommunikation mit Mitarbeitenden den Konjunktiv (hätte, könnte, würde, wäre) und verzichten Sie auf Weichmacher (eigentlich, vielleicht, nur) und Reizwörter (aber, Problem, Schuld, Fehler). Besser wirkt positive Ich-Sprache: „ich erkundige mich für Sie“ oder „gemeint habe ich folgendes“. Formulieren Sie zukunftsorientiert: „ab sofort“, „in Zukunft“ und „zukünftig werden wir“. Ersetzen Sie das Wort „müssen“ durch „ich werde“ oder „ich möchte gern“ und „Sie sollten“ durch „ich empfehle Ihnen“, „ich bitte Sie“ oder „ich bin Ihnen dankbar“. So viel Zeit ist immer!
Durch gelungene Kommunikation und klare Tools gewinnen Sie ein Team, das Fehler in eine Lern- und Feedbackkultur verwandelt und gemeinsam daran wächst. Besser geht immer!

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